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Der Monat ist grade mal halb vorbei, aber ich denke, so langsam kann ich schon einen kleinen Rückblick 2008 machen.
Viel passiert. Viel erreicht. Viel verloren. Viel gewonnen.
Das Jahr lässt sich nur schwer zusammen fassen. Wo soll ich nur anfangen. Ich erinnere mich genau an den Anfang. Ich lag halb 1 im Bett. Traurig, deprimiert. Mit ungefähr 20 Kilo Hund auf den Beinen. Es war einer von diesen Abenden, die nie hätten anfangen dürfen. Wein allein reicht nicht um die Stimmung zu erhellen. Ich hielt nicht viel von dem neuen Jahr. Ich hatte Angst. Abschlussprüfungen standen bevor, ich hatte große Pläne aber keine Idee, wie ich sie umsetzen könnte.
Hamburg. Ich habe den Traum noch immer nicht aufgegeben. Er verfolgt mich weiter. Nur nicht mehr so stark.
So fing das Jahr an. Der Januar verging, und auch der Februar zog sich nicht weiter in die Länge. Ab März vertiefte mich in das wahrscheinlich wichtigste in diesem Jahr. Meine Abschlussprüfungen. Viel zu spät habe ich die Dringlichkeit erkannt, die Lernen einfach mal erfordert. Konzepte über den Haufen geworfen, neu sortiert, am Ende mehr als 50 Karteikarten in den Händen. Soviel Druck im Kopf.
Und wieder. Hamburg. Ein schönes Wochenende mit einem Musicalbesuch und einer einfachen Erkenntnis: Lebe deinen Traum, egal wie weit er entfernt scheint und vergiss für einen Moment alles um dich herum.
Vorstellungsgespräche in Hamburg folgten. Ohne Erfolg. Warum auch. Nutzlos kam ich mir vor. Wo soll ich hin in dieser scheiß Welt? Es wurde ernst. Im Mai sollte ich also beweisen, was ich die letzten Monate gelernt hatte. Panik, Versagensängste. Zuviel Lärm im Kopf. Irgendwann der Brief: Bestanden!! Doch was bringt das alles wenn nicht weiß wohin? Ich habe aufgehört zu zählen was ich an Bewerbungen geschrieben habe. Am Ende hatte ich einen Job. In Berlin. Aber was solls. Vieles habe ich vernachlässigt. Mein Baby. Mein ein und alles. Meine Keira. Sie war etwas Besonderes. Etwas Unersetzbares.
Der Sommer. Wie könnte ich den Sommer vergessen. Mein Jahr hat erst in der zweiten Hälfte angefangen. Diese Bilder spiegeln sich noch heute in meinem Kopf wieder. Felder, glückliche Tage. Sonnenschein. Innere Ruhe. Gefühle, so überwältigend. Wenn ich die Augen schließe und an all das denke, wird mir warm ums Herz. Niemand kann mir diese Erinnerungen nehmen. Dieser Film, der sich in den schwarzen Momenten wieder abspielen lässt.
Aber der Sommer war auch sehr hart. Im August habe ich einen wichtigen Schritt getan. Und im September den größten Fehler meines Lebens begangen. Ich versuche mir einzureden, dass es kein Fehler war, und manchmal schaffe ich das auch. Es geht ihr jetzt besser. Sie hat andere Hunde zum spielen und ich könnte sie ständig besuchen. Aber ich hasse mich für das was ich getan habe. Sie war mein Baby und sie wird es immer bleiben. Kein Hund der Welt wird diesen einmaligen Labrador jemals ersetzen können. Manchmal habe ich sie verflucht. Aber dieser hyperaktive Hund hat mein Leben bereichert. Ich könnte heulen wenn ich daran denke wie sie mir entgegengesprungen ist, wenn ich die Tür aufgeschlossen habe. Wie sie quer auf meinem Bett lag, manchmal auch in meinem Arm, und seelenruhig vor sich hin geschnarcht hat. Ihren Blick, wenn sie genau wusste, dass sie Scheiße gebaut hat. Diese Freude, wenn die Leine vom Halsband gelöst wurde. Ich weine. Ich komme nachhause und suche noch immer meinen Hund, der mit mir seine letzte Runde drehen will. Aber sie ist nicht mehr da.
Es war Liebe. Übermenschliche Liebe. Ich liebe sie noch immer. Ich hoffe, dass sie mir verzeiht. Es tut mir so leid!
Man sagt, für jeden der stirbt, wird ein neuer geboren. So ähnlich war es. Ich habe ihn gefunden. Wenn es nur nach mir gehen würde, ich möchte mit ihm alt werden.
Und so geht das Jahr zuende. Mit gemischten Gefühlen. Aber ich bin auch froh wenn es vorbei war. Ich brauche noch Zeit um ein paar Dinge zu verarbeiten.
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